Ein besonders anspruchsvoller Eingriff an einem chronisch verschlossenen Herzkranzgefäß ist in der Klinik Ottakring erfolgreich durchgeführt worden. Zum Einsatz kamen spezielle Katheter-Techniken, die das Gefäß wieder durchgängig machten. Möglich wurde die Behandlung durch die Zusammenarbeit des Teams der Klinik Ottakring mit einem international anerkannten Herzspezialisten aus Japan.
Der Fall zeigt, welche Bedeutung hochspezialisierte medizinische Expertise für Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Beschwerden haben kann. Für den behandelten Patienten verbesserten sich nach dem Eingriff die Beschwerden und die körperliche Belastbarkeit deutlich.
Chronischer Gefäßverschluss erschwert die Behandlung
Bei einem chronischen Verschluss ist ein Herzkranzgefäß über längere Zeit vollständig blockiert. Ein solcher Befund lässt sich nicht ohne Weiteres mit einem Führungsdraht und einem Ballonkatheter passieren. Bei längeren Verschlussstrecken ist außerdem oft unklar, welchen Verlauf das Gefäß in diesem Bereich nimmt. Auch der Abschnitt hinter dem Verschluss kann schwer einzuschätzen sein.
Die Wiedereröffnung erfordert deshalb besondere technische Verfahren, umfangreiche Erfahrung und ein gut eingespieltes Team. Während eines mehrstündigen Eingriffs kann es notwendig sein, verschiedene Zugänge und Methoden miteinander zu verbinden. Die Vorgehensweise wird dabei laufend an die jeweilige Situation angepasst.
Wiener und japanische Expertise am Herzkathetertisch
Bei der Behandlung arbeiteten Alexander Geppert, Vorstand der kardiologischen Abteilung der Klinik Ottakring, und sein Team mit dem japanischen Herzspezialisten Prof. Masahisa Yamane zusammen. Der Wiener Gesundheitsverbund pflegt neben dem fachlichen Austausch zwischen seinen kardiologischen Abteilungen auch internationale Kooperationen.
Gerade bei komplexen Eingriffen kann es entscheidend sein, unterschiedliche Erfahrungen und technische Herangehensweisen unmittelbar zusammenzuführen. Denn während der Intervention muss immer wieder beurteilt werden, wie der beste Weg durch den Verschluss gefunden werden kann. Das zusätzliche Know-how internationaler Spezialisten unterstützt das Behandlungsteam dabei, auch schwierige Situationen gemeinsam zu bewältigen.
Nach der erfolgreichen Öffnung des Gefäßes wurde dieses teilweise mit medikamentenbeschichteten Stents stabilisiert. Zusätzlich kamen medikamentenbeschichtete Ballons zum Einsatz. Sie geben einen Wirkstoff direkt an die Gefäßwand ab und sollen dadurch einer neuerlichen Verengung entgegenwirken.
Stents und beschichtete Ballons erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Ein Stent bleibt dauerhaft im Gefäß. Nachdem er den Wirkstoff abgegeben hat, heilt er in den folgenden Monaten langsam in die Gefäßwand ein. Ein medikamentenbeschichteter Ballon wird hingegen nur für kurze Zeit im Gefäß eingesetzt und anschließend wieder entfernt.
Welche Methode geeignet ist, hängt vom jeweiligen Befund ab. Nach der erfolgreichen Passage eines chronischen Verschlusses können beide Verfahren auch kombiniert werden. Die Entscheidung wird individuell auf Grundlage der Situation während des Eingriffs getroffen.
Patient kann sich wieder besser bewegen
Für den Patienten, dessen Name von der Redaktion geändert wurde, hatte der Eingriff konkrete Auswirkungen auf den Alltag. Vor der Behandlung führten bereits leichte körperliche Belastungen zu Brustschmerzen und Atemnot. Dadurch wurden selbst alltägliche Aktivitäten zunehmend schwieriger.
Nach der erfolgreichen Behandlung gingen die Beschwerden deutlich zurück. Auch die körperliche Leistungsfähigkeit verbesserte sich. Bewegung und ein aktiver Alltag waren für den Patienten wieder besser möglich. Er schilderte, dass er sich ohne Schmerzen und ohne ständige Atemnot bewegen könne und wieder Pläne für die Zukunft machen könne.
Untersuchungen helfen bei der Entscheidung über die Behandlung
Je nach Ausgangslage kann zunächst eine CT-Untersuchung der Herzkranzgefäße wichtige Informationen liefern. Dabei lassen sich der Verlauf der Gefäße und mögliche Verkalkungen genauer beurteilen. Im vorliegenden Fall war die genaue Einschätzung der Herzkranzgefäße ein entscheidender Schritt für die weitere Planung.
Für eine detailliertere Abklärung steht anschließend die invasive Koronarangiografie im Herzkatheterlabor zur Verfügung. Dabei werden die Herzkranzgefäße mithilfe eines Kontrastmittels sichtbar gemacht. Bei Bedarf können ergänzende Untersuchungsverfahren eingesetzt werden.
Auf Basis der Befunde und der Beschwerden wird entschieden, ob eine Wiederherstellung der Durchblutung sinnvoll ist. Je nach Situation kann dafür eine Katheterbehandlung oder eine Bypassoperation infrage kommen. Der erfolgreiche Eingriff in der Klinik Ottakring macht zugleich deutlich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit innerhalb des Wiener Gesundheitsverbunds und der Austausch mit internationalen Spezialisten sein können.
Quelle
Wiener Gesundheitsverbund: Expertise und internationale Kooperation rettet Herz-Patienten