Mediendiskursstudie 2026: So informieren sich die Menschen in Wien

Wie informieren sich die Menschen in Wien im Jahr 2026? Eine jährlich durchgeführte Untersuchung der Stadt Wien zeigt: Das Internet bleibt mit deutlichem Abstand die wichtigste Informationsquelle. Gleichzeitig verschwinden klassische Medien nicht aus dem Alltag. Tageszeitungen und Radio halten ihr Nutzungsniveau, während Fernsehen etwas weniger häufig täglich genutzt wird.

Internet bleibt zentrale Informationsquelle

Die Stadt Wien erhebt seit 2019 regelmäßig, welche Medien die Bevölkerung nutzt, für welche Themen sie sich interessiert und wie Informationen aufgenommen werden. Für die Mediendiskursstudie 2026 wurden 2.004 Wienerinnen und Wiener befragt. Die Ergebnisse sollen der Stadt als Grundlage für Kommunikationsprojekte und die Mediaplanung dienen.

Die aktuelle Untersuchung zeigt gegenüber dem Vorjahr insgesamt nur wenige Veränderungen. Rund acht von zehn Befragten nutzen das Internet zumindest beinahe täglich. Damit bleibt es das mit Abstand wichtigste Medium im täglichen Informationsverhalten der Wiener Bevölkerung.

Auch soziale Medien sind weiterhin stark präsent: 50 Prozent der Befragten greifen täglich oder fast täglich darauf zurück. Ihre hohe Reichweite bedeutet laut Studie allerdings nicht automatisch, dass sie als besonders wichtiger Beitrag zur persönlichen Meinungsbildung gesehen werden.

Klassische Medien bleiben relevant

Auf das Internet und Social Media folgen mehrere etablierte Informationsquellen. Fernsehen, Radio, Tageszeitungen, allgemeine Nachrichten-Apps sowie die Nachrichtenseiten klassischer Medienanbieter erreichen jeweils tägliche Nutzungswerte zwischen 31 und 37 Prozent.

Beim Fernsehen ist langfristig ein leichter Rückgang der täglichen Nutzung festzustellen. Radio und Tageszeitungen zeigen im Vergleich der vergangenen Jahre hingegen ein stabiles Niveau. Die Studie beschreibt damit keinen vollständigen Wechsel von traditionellen zu digitalen Medien, sondern eine zunehmend vielfältige Medienlandschaft.

Gerade für die öffentliche Information ist dieser Mix von Bedeutung. Von der Stadt Wien erwarten sich die Befragten, laufend über das Internet, das Fernsehen, das Radio und Tageszeitungen informiert zu werden. Die Stadt will deshalb unterschiedliche Kanäle parallel nutzen, anstatt sich auf ein einzelnes Medium zu konzentrieren.

Newsletter und Chats gewinnen an Bedeutung

Neben den großen Informationskanälen zeigt die Studie auch Veränderungen bei kleineren oder spezielleren Angeboten. Streamingdienste für Musik und Videos werden von etwa einem Viertel der Wienerinnen und Wiener täglich genutzt.

Infoscreens und Außenwerbung erreichen tägliche Nutzungsanteile von 16 bis 18 Prozent. Besonders zugelegt haben im Vergleich zum Vorjahr Newsletter, Chatbots beziehungsweise Chats sowie Magazine und Zeitschriften. Newsletter werden von 15 Prozent, Chats und Chatbots von 14 Prozent und Magazine und Zeitschriften von 12 Prozent täglich genutzt.

Diese Entwicklung macht deutlich, dass Information nicht nur über klassische Nachrichtenangebote oder soziale Netzwerke erfolgt. Auch direkt zugestellte Inhalte und dialogorientierte digitale Angebote werden für einen Teil der Bevölkerung wichtiger.

Junge Menschen wenden sich stärker digitalen Kanälen zu

Über einen längeren Zeitraum betrachtet, verlieren Fernsehen, Radio und gedruckte Tageszeitungen vor allem bei jüngeren Zielgruppen an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt das grundsätzliche Vertrauen in diese Mediengattungen bestehen.

Für die Stadt Wien ergibt sich daraus die Aufgabe, Informationen über mehrere Wege verständlich und verlässlich bereitzustellen. Digitale Kanäle und soziale Medien sollen ebenso berücksichtigt werden wie klassische Medien. Entscheidend ist laut den Ergebnissen, die Menschen dort zu erreichen, wo sie tatsächlich Informationen nutzen.

Für Wienerinnen und Wiener ist das im Alltag unmittelbar relevant: Informationen der Stadt können je nach persönlicher Gewohnheit über eine Nachrichtenseite, eine Zeitung, das Radio, das Fernsehen oder digitale Plattformen wahrgenommen werden. Die Studie liefert Hinweise darauf, wie breit diese Informationswege inzwischen gefächert sind.

Interesse an Gesundheit, Sicherheit und Versorgung

Bei den Themeninteressen gibt es gegenüber dem Vorjahr ebenfalls weitgehend stabile Ergebnisse. Besonders wichtig sind den Befragten Gesundheit, öffentliche Sicherheit, Nahversorgung sowie Energie und Wasser.

Damit stehen Themen im Mittelpunkt, die das tägliche Leben in Wien direkt betreffen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung nicht nur allgemeine Nachrichten konsumiert, sondern großes Interesse an konkreten Fragen der Versorgung und des Zusammenlebens hat.

Medienkompetenz wird wichtiger

Deutlich ist auch das Interesse daran gestiegen beziehungsweise weiterhin hoch, problematische Inhalte erkennen zu können. 73 Prozent der Befragten interessieren sich dafür, Fake News zu erkennen. 71 Prozent wollen besser verstehen, wie sich Cybercrime vermeiden lässt. 63 Prozent zeigen Interesse daran, von künstlicher Intelligenz erzeugte Inhalte zu erkennen.

Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung von Medienkompetenz. Wer Informationen aus vielen verschiedenen Quellen bezieht, muss Inhalte einordnen, mögliche Falschmeldungen erkennen und digitale Risiken einschätzen können. Die Stadt Wien will daher nicht nur eigene Informationen über unterschiedliche Kanäle verbreiten, sondern auch den kritischen Umgang mit Medien stärken.

Durchgeführt wurde die Mediendiskursstudie 2026 vom IFES – Institut für Empirische Sozialforschung – im Auftrag der Stadt Wien. Sie ist Teil einer seit 2019 laufenden Beobachtung des Mediennutzungsverhaltens und soll zeigen, wie sich Informationsgewohnheiten in der Wiener Bevölkerung verändern.

Quelle

Wiener Mediendiskursstudie 2026 zeigt die Mediennutzung im Wandel

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