Seit zwei Jahrzehnten ist das Arthaberbad in Favoriten ein wichtiger Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Was ursprünglich ein Kinderfreibad war, wurde in den Jahren 2005 und 2006 in eine offene Jugendeinrichtung umgewandelt. Am 18. September 2026 wurde das 20-jährige Bestehen des Jugendtreffs mit einem Fest gefeiert.
Der Jugendtreff Arthaberbad wird vom Verein Wiener Jugendzentren betrieben. Er bietet jungen Menschen einen kostenlosen Ort, an dem sie ihre Freizeit verbringen können – ohne Konsumzwang und mit einem vielfältigen Angebot. Zum Konzept gehören außerdem Beratung, Unterstützung und die Begleitung durch ein multiprofessionelles Team.
Ein Treffpunkt für den Alltag junger Menschen
Für viele Besucherinnen und Besucher ist das Arthaberbad weit mehr als ein Gebäude mit Gruppenräumen. Hier treffen Jugendliche Freunde, lernen neue Menschen kennen und können über persönliche Anliegen sprechen. Die Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter haben ein offenes Ohr und unterstützen die jungen Menschen auch in schwierigen Lebenssituationen.
Beim Jubiläumsfest kamen deshalb nicht nur aktuelle Besucherinnen und Besucher zusammen. Auch ehemalige Gäste schauten vorbei und berichteten, welche Bedeutung der Jugendtreff für sie hatte. Das Arthaberbad sei für manche wie eine zweite Familie gewesen, andere hoben hervor, dort wichtige Ansprechpersonen gefunden zu haben.
Die Einrichtung ist nicht auf ihre Räume beschränkt. Wenn keine Aktionen am Standort stattfinden, sind die Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter regelmäßig in den Parks der näheren Umgebung unterwegs. Damit erreichen sie Jugendliche auch dort, wo sie ihre Freizeit verbringen.
Vom Kinderfreibad zum Jugendzentrum
Die Geschichte des Arthaberbads prägt die heutige Einrichtung. Die früheren Garderoberäume des Kinderfreibads wurden zu Gruppenräumen umgebaut. Aus dem ehemaligen Schwimmbereich entstand ein Ballspielplatz.
Die Umwandlung erfolgte nicht ausschließlich über die Köpfe der späteren Nutzerinnen und Nutzer hinweg. Kinder und Jugendliche waren in den Prozess eingebunden und wirkten im Rahmen eines arbeitsmarktpolitischen Projekts sogar beim Bau mit. Diese frühe Beteiligung wurde zu einem prägenden Element des Jugendtreffs.
Das Angebot orientiert sich bis heute an den Themen und Bedürfnissen der Besucherinnen und Besucher. Ergänzt wird die Arbeit durch einen Genderblick und eine antirassistische Grundhaltung. Ziel ist es, Jugendlichen eine gute Zeit zu ermöglichen, ihre persönliche Entwicklung anzustoßen und sie auf ihrem eigenen Weg zu begleiten.
Mehr Platz nach Erweiterung
Nach 15 Jahren mit stetig wachsendem Zuspruch waren die vorhandenen Räume nicht mehr ausreichend. Der Verein Wiener Jugendzentren entwickelte deshalb gemeinsam mit Jugendlichen, zuständigen Magistratsabteilungen und Studierenden Ideen für eine Erweiterung.
In den Jahren 2019 und 2020 wurde das Arthaberbad umgebaut. Dabei kamen zwei zusätzliche Gruppenräume, ein Büro und Lagerflächen hinzu. Auch der Eingangsbereich und die Sanitäranlagen wurden angepasst. Eine Rampe ermöglicht seither einen barrierefreien Zugang.
Durch die Erweiterung wuchs die Fläche um rund 170 Quadratmeter auf insgesamt 370 Quadratmeter. Damit stehen den Kindern und Jugendlichen mehr Räume zur Verfügung, in denen sie sich treffen, Neues ausprobieren und Unterstützung erhalten können.
Bedeutung für Favoriten
Beim Jubiläumsfest wurde die Rolle des Jugendtreffs für den dicht besiedelten Bezirk hervorgehoben. Vizebürgermeisterin und Jugendstadträtin Bettina Emmerling betonte, dass junge Menschen Orte brauchen, an denen sie sich austauschen, gegenseitig unterstützen und Erwachsene finden können, die ihnen zuhören.
Bezirksvorsteher Marcus Franz bezeichnete Jugendzentren als wichtige Orte für die Stärkung der Gemeinschaft in Favoriten. Jugendliche würden dort ernst genommen und könnten in Gesprächen auch Empathie und Respekt für die Bedürfnisse anderer entwickeln.
Aus Sicht des Vereins Wiener Jugendzentren zeigt das Arthaberbad seit 20 Jahren, welchen Wert offene Jugendarbeit für einen Bezirk und für die Stadt hat. Die räumliche Erweiterung habe es ermöglicht, dass weitere Kinder und Jugendliche die Freizeit- und Unterstützungsangebote nutzen können.
Das Jubiläum macht damit auch sichtbar, wie sich eine kommunale Einrichtung an die Bedürfnisse ihres Umfelds anpassen kann: Aus einem nicht mehr genutzten Freibad entstand ein Jugendtreff, der Raum für Begegnung, Freizeit, Beratung und persönliche Entwicklung bietet.